Wie sieht echte italienische Küche aus?

Wie sieht echte italienische Küche aus?

December 27, 2022René Bilda

Die italienische Küche zählt zu den beliebtesten der Welt. Die global bekannten Klassiker, wie Pizza, Pasta oder Gelato, erfreuen sich großer Beliebtheit. Jedoch besteht die kulinarische Welt der mediterranen Halbinsel aus vielmehr, als Salami Pizza und Spaghetti. Wir möchten dir einen kleinen Überblick über den Sapore d’Italia geben.

Italienische Küche - Eine eigene Kultur

Das Essen ist in Italien weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Auf der Apenninhalbinsel wird nur zu gerne über kulinarische Spezialitäten gesprochen und sich über Genuss ausgetauscht. Mit Freunden und Familie den Abend bei einem Glas Wein und gutem Essen zu bestreiten, ist den meisten Italienern ein Hochgenuss, welcher sich ohne Schwierigkeiten mehrere Stunden und bis in die späte Nacht entwickeln kann. Wer bereits einmal in Italien war, wird bemerkt haben, dass Zeitdruck oder Hektik am Essenstisch eine absolute Seltenheit ist. Viel eher wird die Gemütlichkeit ausgiebig zelebriert.

Darüber hinaus ist das Kochen mit frischen und meistens regionalen Zutaten ebenfalls ein fester Bestandteil dieser langen Tradition. Dies ist einer der Hauptfaktoren, weshalb die originale italienische Kost als förderlich für die Gesundheit gilt. Hinzu kommt die Ausgewogenheit der Speisen. Da nicht jeden Tag Pizza mit extra Käse auf dem Speiseplan italienischer Haushalte steht, sondern eine bunte Mischung aus Gemüse, Kohlenhydraten, Fleisch oder Fisch, die mit den heimischen Kräutern gewürzt werden, wirkt sich diese kulinarische Kultur sogar positiv auf die Gesundheit aus.

Prima Colazione

Der Morgen beginnt in Italien meistens eher dürftig. Das Frühstück besteht in der Regel aus einem Espresso oder auch aus einem Cappuccino. In seltenen Fällen gibt es dazu ein süßes Hörnchen mit Marmelade oder Nusscreme. Eine erste Mahlzeit mit Gehalt, wird ungefähr gegen 10 Uhr eingenommen. Dabei handelt es sich um eine Brotmahlzeit mit Käse oder Wurst.

Da in Italien für gewöhnlich abends die Hauptmahlzeit serviert wird, verspüren die meisten Italiener zum Morgen noch keinen sonderlich großen Appetit. Aus diesem Grund sind Frühstück und Tramezzo eher als kleine Happen gedacht, die bis zum richtigen Essen den kleinen Hunger stillen sollen.

Eine Ausnahme für diese Routine ist das umfangreiche Frühstück am Wochenende im Kreis der Familie. Hier wird mit selbst gebackenem Ciabatta oder Focaccia, ein Fladenbrot aus Hefeteig, aufgetischt.

 

Antipasti

Zu einer klassischen italienischen Mahlzeit gehören in der Regel mehrere Gänge. Begonnen wird mit den Antipasti. Diese sind kleine Happen, die den Appetit anregen sollen. Auf einem Antipastiteller finden sich zumeist Brot, Salat und Gemüse wieder.

Ein bekannter Vertreter ist unter anderem Bruschetta. Hierfür werden Brotscheiben mit Olivenöl und Knoblauch geröstet und anschließend mit frischen gewürfelten Tomaten und Basilikum belegt.

Eine weitere frische Antipastivariante ist Caprese. Dies ist ein Salat bestehend aus Tomaten und Mozzarella, der mit Balsamico und Olivenöl, sowie Basilikum optional verfeinert werden kann. Panzanella wiederum ist ein Salat aus Brot und frischem Gemüse.

Leichte Fleisch und Fischvariationen sind ebenfalls beliebte Zubereitungen für eine Antipastiplatte. Vitello tonnato ist ein in Weißwein und Brühe gekochtes Rindfleisch, das in einer Tunfischsoße serviert wird. Für ein Carpacchio wird rohes Rindfleisch fein geschnitten. Häufig wird dieses mit Rucola Parmesankäse und Olivenöl serviert. Garnelen in Knoblauch oder mit einer dezenten Eierpanade sind auch gerne gesehen.

Piatto principale

Das Hauptgericht wird in mehrere Gänge unterteilt. Der erste Gang sind kohlenhydratreiche Speisen. Gewöhnlich bestehen diese aus Pasta oder Reis, wie zum Beispiel Risotto. Aber auch Kartoffeln können Grundlage für einen ersten gang bilden. Gnocchi oder Polenta aus Maisstärke sind ebenso beliebt für ein primo piatto.

Für den zweiten Gang werden proteinreichere Speisen serviert, meistens Fleisch oder Fisch. Saltimbocca ist ein Kalbsschnitzel, das mit Speck und Salbei zubereitet wird und sehr beliebt in Italien ist. Zudem eignen sich Calamari, Titenfischringe, oder Moscardini, kleine Moschuskraken, für den zweiten Gang.
Auf den zweiten Gang folgen gerne auch entspanntere Gänge in Form von Obst, Nüssen oder Käse.

Piatti dolci

Zum Dessert werden gerne süße Speisen serviert. Neben dem bekannten Tiramisu oder dem berühmten Eis, bietet die italienische Küche weit mehr an süßen Köstlichkeiten. Die kalabrische Trüffelpraline Tartufo, oder die mit Vanille und Zitronenschale zur Panna Cotta ausgekochten Sahne, sind nur zwei Beispiele für die zahlreichen kulinarischen Leckereien Italiens.

Italienische Aromen

Für die italienische Küche, werden in der Regel nur Kräuter verwendet, die sich auch auf der Apenninhalbinsel finden lassen. Gleich dem Olivenöl, das aus Oliven gewonnen wird, die unter der italienischen Sonne gereift sind.
Basilikum ist womöglich das bekannteste Kraut der cucina italiana. In Fleisch, wie Fischgerichten, im Salat und in Pastasaucen, sowie in Dips finden sich die süßlich-pfeffrigen Aromen der frischgrünen Blätter wieder. Sowohl getrocknet wie auch frisch, erfreut sich Basilikum in der italienischen Küche großer Beliebtheit.

Oregano ist hingegen auf jeder Pizza bekannt. Aber auch in Pastasaucen, Salaten oder Kartoffelgerichten lässt sich Oregano hervorragend einsetzen.
Bei Fleisch- und Fischspeisen trifft man wiederum häufiger auf eine leichte Rosmarinnote. Der leicht herbe Geschmack ist eine angenehm aromatische Ergänzung zum secondo piatto.

Suppen und Saucen werden gerne mit einer Note Thymian verfeinert. Sein einzigartig herbes Aroma erinnert sofort an brodelnde Töpfe in der Terrakotta gefliesten Küche.

Fazit

Dies sollte dir einen kleinen Überblick über die italienische Küche, sowie ihre Bedeutung in dieser langen Tradition bieten. Selbstverständlich wird, wie in Deutschland von Region zu Region und auch von Haus zu Haus unterschiedlich gekocht und gegessen. Jedoch ist dies ein grober Leitfaden, für den dolce gusto. 

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